Abschied von Franz Ilg aus Waldkirchen

Abschied von Franz Ilg

Pfarrei Waldkirchen. Mit großer Bestürzung hat die Pfarrei Waldkirchen auf den Tod von Franz Xaver Konrad Ilg aus Waldkirchen reagiert. Die Familie hat mit ihm ihren Mittelpunkt verloren, die Pfarrei trauert um einen engagierten Gläubigen, der über Jahrzehnte die Geschicke vor Ort entscheidend mitgeprägt hat.

Wie groß das Mitgefühl in der Bevölkerung ist, bewies die große Teilnahme am Rosenkranz und am Requiem am Freitagnachmittag im Bayerwalddom St. Peter und Paul. In seiner Predigt würdigte Msgr. Alfred Ebner den treuen engagierten Mitchristen, der mit seinem bescheidenen, selbstlosen und freundlichen Wesen eine nicht zu schließende Lücke in seiner Familie und auch in der Pfarrei Waldkirchen hinterlasse.

Franz Xaver Konrad Ilg wurde am 18. August 1935 in Waldkirchen geboren. Hier wuchs er auf, heiratete seine Frau Erna, die ihm drei Kinder schenkte. Er erlernte das Handwerk des Uhrmachers, dabei führte ihn seine berufliche Lehr- und Gesellenzeiten nach Frontenhausen, Weiden und Nürnberg. Zurück in Waldkirchen betrieb er in der Schmiedgasse ein Uhrmachergeschäft mit späterer Erweiterung auf Schmuck, das nach seiner Pensionierung Sohn Gunther übernommen hat. Seine Frau Erna verstarb vor einigen Jahren. Neben den Kindern wurde Franz Ilg von acht Enkelkindern umsorgt.

Wenn es um die Kirche ging, scheute Franz Ilg keine Mühen – und war Waldkirchens dienstältester Ministrant. Jahrzehnte verrichtete er den Dienst am Altar und begleitete ganze Ministrantengenerationen. “Die Leute wissen, da ist einer, der steht dazu, steht zum Glauben, zu seinen Mitmenschen”, betonte Franz Ilg immer wieder. Nie wäre es ihm in all den Jahren in den Sinn gekommen, aufzuhören.

Nach der Erstkommunion hatte Franz Ilg als neunjähriger Bursche 1944 unter dem damaligen Pfarrer Kaufmann seinen Minidienst in der “alten Kirche angetreten, bevor’s abbrannte”. Fünf Pfarrer und an die 30 Kapläne hat er erlebt. Oft blickte Franz Ilg zurück und erzählte vor allem von einem Tag vor 74 Jahren, den der damals zehnjährige Franzl zeitlebens nie vergessen hat: den 26. April 1945. Seine geliebte Kirche brannte in den Wirren der letzten Kriegstage.

Franz Ilg war der einzige und letzte Ministrant, der den Brand als Zeitzeuge miterlebt hat. “Die Pfarrkirche droben ist für mich die zweite Heimat.” Und so wollte Franz Ilg auch von seinen Mitchristen gesehen werden: Er gehörte im “Bayerwalddom” zum Inventar. Franz Ilg war lange Jahre Mitglied im Pfarrgemeinderat, zudem Gründungs- und Ehrenmitglied des Heimat- und Museumsvereins, in dem er viele Jahre als zweiter Vorsitzender fungierte. In der Passauer Diözese wurde er sehr geschätzt für sein Engagement. Im Domarchiv war er “fast daheim”.

Die Trauerfeier wurde von dem Beerdigungschor unter Leitung von Silvia Kloiber und dem Organisten Max Pöschl sowie Hans Draxinger an der Trompete musikalisch umrahmt.

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