“Ich will des Menschen Seele erreichen”


Waldkirchen
. “Als einen Dienst, der ein Geschenk ist, übergebe ich euch das Priesteramt.” Herr Fabian Eibl, Canonicus Regularis der Augustiner-Chorherren von Windesheim, so die offizielle Bezeichnung des Ordensmanns, hat für sich diesen Leitspruch aus dem Neuen Testament – Numeri 18,7b – entnommen. Kurienerzbischof Georg Gänswein weihte den 26-Jährigen am 27. April im österreichischen Heiligenkreuz zum Priester. Klosterprimiz war am 1. Mai in der Propstei Paring. An Christi Himmelfahrt feierte der junge Mann, der aus Neidlingerberg stammt, nun Heimatprimiz in der Waldkirchner Stadtpfarrkirche. Dort, wo er schon als Bub ministrierte.

Ein Freudentagfür die Gemeinde Bei der Aufstellung zum Kirchenzug am Gymnasium-Parkplatz drückte Stadtpfarrer Bruno Pöppel seine Freude über diesen für die Pfarrei und den gesamten Pfarrverband so wunderbaren Tag aus: “Wir freuen uns, dass ein Sohn unserer Pfarrei den schwierigen, gerade heute von manchen verkannten, aber sehr ehrenvollen Priesterberuf gewählt hat. Um so erfreulicher, dass wir dieses seltene Ereignis in unserer Gemeinde miterleben dürfen.” Der Seelsorger wünschte Fabian Eibl “Gottes reichen Segen für seine Arbeit im Weinberg des Herrn”.

Bürgermeister Heinz Pollak schloss sich von kommunaler Seite mit einem freudigen Grußwort an. Angeführt von der Stadtkapelle setzte sich anschließend ein langer Kirchenzug in Bewegung. Im Festgewand zeigte sich der Marktplatz, auf dem die Anwohner ihre Häuser beflaggt hatten.

Im vollen Kirchenschiff wurde die große Menge musikalisch durch den Kirchenchor mit Bläsern, Streichern und Orgel jubilierend in Empfang genommen.


“Lieber Herr Fabian, zur Primiz in deiner Heimatpfarrei, in der du viele Jahre als Ministrant tätig warst, heißen wir dich willkommen.” Pfarrer Pöppel ging dann auf das biblische “Gerücht” ein, wonach Jesus auferstanden sei: “Fabian, du bist dazu entsandt, um dieses sogenannte ,Gerücht’ am Leben zu halten. Neben deiner Familie haben dich viele Menschen auf diesem Weg begleitet – dafür danken wir.”

“Heute ist ein großer Tag für mich, denn ich darf erstmals in meiner Heimatkirche Gottesdienst zelebrieren”, eröffnete Eibl die Primizfeier. Maria Fürst und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Ludwig Kern lasen anschließend aus der Apostelgeschichte Christi Himmelfahrt und aus dem Brief des Apostels Paulus. Diakon Konrad Niederländer verkündete das Evangelium nach Lukas.

Humorvolle Predigt Pfarrer Winfried Abel aus dem Heiligkreuz-Priesterseminar, seit 55 Jahren Priester, ließ seinen Gedanken zur Primiz-Predigt freien Lauf, und das durchaus humorvoll. Denn so eine Predigt könne “höchstgefährlich” sein, gab Abel mit einem Augenzwinkern zu verstehen. “Erster Prediger war Jesus – und ihn haben sie dafür fast gelyncht. Bei Jesus fing es mit Hosianna an und endete mit ,Kreuzigt ihn’. Das, hoffen wir, wird Fabian nicht zuteil.” Ganz im Gegenteil Abel wünschte dem Primizianten ein “segensreiches Wirken”.

Die Fürbitten las Maximilian Eibl, der Bruder des Jung-Priesters. Er richtete sich an alle, die im Dienst der Kirche stehen, und an seinen Bruder Fabian, damit er “immer wieder Kraft aus der Begegnung schöpfen kann”.

Es war zu spüren, dass es für Fabian Eibl ein bewegender Moment war, als ehemaliger Ministrant nicht “um den Altar” seiner Heimatpfarrei, sondern “am Altar” als Hauptzelebrant zu dienen. Zur Gabenbereitung versammelten sich Seelsorger und Ministranten, die seinen Weg ins Priesteramt begleiteten.

Anschließend segnete Eibl Primiz-Fahnenbänder, die er auch gleich anbrachte. Weiter dankte er den Priestern Monsignore Alfred Ebner und Bruno Pöppel, die für ihn während seiner Kindheit und Jugend Verantwortung getragen haben, seinem obersten Propst Helmut und Propst Maximilian für die akademische und ordensinterne Ausbildung sowie allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen haben. Besonders bedankte er sich bei seiner Familie und für die Organisation beim Waldkirchner Frauenbund und Pfarrgemeinderat sowie allen Gläubigen für ihr Kommen und ihre Gebete. Dann erteilte Eibl allen den Primizsegen.

Nach dem Kirchenauszug formierte sich erneut ein Festzug zum Bürgerhaus. Dort wurde Spalier gestanden und mit Sekt im Freien aufgewartet. Die Gratulanten standen Schlange, ehe im Saal zum Mittagsmahl geladen wurde. Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen. Im Anschluss fand man sich nochmals im Kirchenschiff zum Primizsegen ein.

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