Pfarrer Pöppel braucht eine Auszeit

Mit dieser Nachricht hatte niemand gerechnet: Pfarrer Bruno Pöppel gab am Wochenende bekannt, dass er zum 30. August diesen Jahres seine seelsorgerische Tätigkeit im Pfarrverband Waldkirchen-Böhmzwiesel-Karlsbach aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss.

“Liebe Mitchristen, mein Gesundheitszustand lässt mir leider keine andere Wahl.” Beim Vorabendgottesdienst am Samstag und bei beiden Messfeiern am Sonntag teilte der Seelsorger jeweils am Ende seine Entscheidung der Pfarrgemeinde mit. Und das fiel ihm sichtlich nicht leicht. “Vor einem Jahr bekam ich einen Schuss vor den Bug. Dann dachte ich, die Reparaturzeit reicht aus, um in den Seelsorgedienst zurückzukehren. Die Zeit war allerdings zu kurz. Nun muss ich die Reißleine ziehen.”

Der Priester hatte damals eine tiefe Venenthrombose und eine beidseitige starke Lungenembolie erlitten. Die Ärzte im Krankenhaus leiteten sofort notwendige Schritte ein und verordneten unter anderem strenge Bettruhe. “Ich hatte sehr großes Glück”, blickt Pöppel zurück und fügt an, “mein Herz erfüllt eine tiefe Dankbarkeit, dass Gott mir eine zweite Chance geschenkt hat.” Dem Krankenhausaufenthalt folgte eine Reha, dort tankte der 52-Jährige Kraft. Im Frühjahr 2018 begann er, seine Arbeit wieder aufzunehmen. “Es war eine gute Zeit, aber ich bin nicht gesund.” Heuer musste der Seelsorger immer wieder, mal eine, mal mehrere Wochen pausieren – auch mit Krankenhausaufenthalten.

Auf Anraten der Ärzte und nach intensiver Rücksprache mit dem Ordinariat habe er sich, so der Seelsorger, zu diesem “schweren Schritt” entschlossen. “Es tut mir leid, aber ich muss auf meine Gesundheit, Körper und nicht außer Acht zu lassende Seele achten.”

Mit Bischof Stefan Oster hat Pöppel vereinbart, dass er erst einmal ein Sabbatjahr bekommt, um den angeschlagenen Körper zu gesunden. Wie, in welcher Art und Umfang es mit ihm anschließend beruflich weitergehe, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, so Pöppel. Das werde die Zukunft mit sich bringen.
Der aus Untergriesbach stammende Geistliche trat am 1. September 2007 als Nachfolger von Monsignore Alfred Ebner seinen Dienst in Waldkirchen an, zuvor wirkte er neun Jahre als Pfarrer in Bischofsmais. Von 1996 bis 1998 war Pöppel Kaplan in Hauzenberg.

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