Erntedank – Dieser Tag soll unsere Herzen öffnen.

Liebe Pfarrangehörige,

am 30. September in Karlsbach und am 7. Oktober in Böhmzwiesel und Waldkirchen feiern wir Erntedank. Dieser Tag soll unsere Herzen öffnen. Er will die Einsicht in uns wecken und vertiefen, wie sehr wir uns anderen verdanken: Gott und der Erde, den Mitgeschöpfen und den Menschen in unserem Leben. Wir danken daher in diesen Tagen für die vielfache „Ernte“ des Jahres: für die Nahrung und das schöne Wetter, für Arbeit und Gesundheit, für alle Unterstützung und alle Liebe, die wir empfangen. Aber der Dank gelingt uns nicht, solange wir damit bei uns selbst stehen bleiben. Erntedank, das ist Erinnerung an die Vielen, denen wir etwas, und an den Einen, dem wir letztlich alles und uns alle verdanken. Es sind also nicht nur die Früchte unserer Felder und Gärten, die Früchte dieses zu Ende gehenden Jahres, die wir vor Gott ausgebreitet haben.

Es sind auch die Früchte unseres Lebens: die vielen bunten Blüten und die Knospen, die sich nicht entfalten konnten, viele harte Nüsse und manch eigenwilliges Gewächs, die kostbare Scheibe Brot aus schwerer Zeit, der Wein, der an manches Fest erinnert, die kleinen und großen Früchte der vielen Bemühungen und des überraschenden Gelingens. Aber auch ein Wort hat es bei uns so schwer wie „danke“. Danken ist irgendwie out, hat keine Konjunktur, weil wir uns daran gewöhnt haben, alles wie selbstverständlich hinzunehmen. Ob einem die Mutter die Hemden bügelt, die Frau das Essen auf den Tisch stellt, die Kinder die Zeitung holen oder der Kollege die Tür aufhält. Wer aber nicht mehr dankt, der bleibt im Ghetto seiner Ich-Bezogenheit. Er stellt sich in den Mittelpunkt und betet nur noch sich an. Danken heißt: an den denken, von dem ich etwas bekam, dem ich etwas verdanke. Wer dankt, blickt weg von sich und erkennt den anderen an.

Danken wirkt Wunder. Die glücklichsten Menschen sind häufig nicht die, die am meisten besitzen. Es sind diejenigen, die am meisten danken. Daher möchte ich zum Erntedank anregen, denn alles, was wir empfangen, ist nicht selbstverständlich. Sondern ein Geschenk Gottes.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Erntedankfest und viele glückliche Tage in Dankbarkeit!

Ihr

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