Warum denn überhaupt Ostern feiern?

Liebe Mitchristen,
Ostern am 1. April!
Da wird man doch in den April geschickt? Aprilscherze — und das ist kein Witz — sollen erinnern an den, der von Pontius zu Pilatus geschickt wurde, mit dem man tödliche Aprilscherze trieb. Und an den, der den Tod ins Leere laufen lässt. Dieses Jahr fällt Ostern auf den 1. April. Ist denn Ostern ein Aprilscherz? Man könnte es meinen, wenn man den Umfragen Glauben schenkt.
Wie kommt es, dass so viele diesem Fest den Rücken kehren? Wo doch dieser Tag von dem erzählt, wonach sich alle sehnen: von „mehr Leben“, von Auswegen, von Triumph der Liebe über den Tod … den Umfragen zufolge ist das Fest für viele nichtssagend geworden, ein Frühlingsfest, das mit neuen Inhalten gefüllt wird, weil viele nicht recht wissen, was es heute zu feiern gibt. Sind wir denn wirklich zufrieden mit einem bunten Frühlingsfest und einem Hasenfest für die Kleinen?
Warum denn überhaupt Ostern feiern?
„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ , sagt man. Aber darum geht es: „heiß“ zu werden nahe am heißen Kern, am Osterfeuer. Viele Zeitgenossen wissen nicht (mehr), warum wir uns zu später oder früher Stunde zusammenfinden. Und wir alle wissen nicht, wie es weitergehen soll mit dieser von Katastrophen und Terror heimgesuchten Erde. Überall Karfreitag, Fußstapfen des Todes. Die Welt ist so alt, so verloren. Können wir bei all den Schreckensmeldungen noch Gutes erwarten? Wo wir doch Halt und Sicherheit brauchen und suchen, können wir da ein Fest brauchen, das uns in Unruhe versetzt, das unserem Glauben — Arbeit macht? Ein Fest, das wir von Anfang an nicht in der Hand haben? Denn das Osterwunder geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ostern ist Gottes „Auswärtssieg“, den er ohne Zuschauer erringt gegen Tod und die Handlanger des Todes. Es ist Gottes Fest mit Christus — ohne den Beifall und das Halleluja der Kirche, unter Außerkraftsetzung der Spielregeln dieser Welt! Was sollen wir anfangen mit einem Tag so unerwartet wunderbaren Lebens, dass es uns zu fremd ist?
Ostern ist so ein Tag, der uns zwingt, von Christus und von Gottes Möglichkeiten ganz neu zu denken. — Er ist nicht hier! Wo dann? Nach Markus werden die Frauen und die Jünger nach Galiläa geschickt: „Dort werdet ihr ihn sehen“, sagt der Engel: in eurem Alltag, in eurer alten Welt. Und nach Johannes kommt es zu einem unverhofften Wiedersehen der Maria aus Magdala mit ihrem Jesus. Sie läuft ihm in die Arme und bekommt ihn doch nicht zu fassen.
Er stellt sich ihr und später den Jüngern in den Weg, lässt sie nicht allein ihre Wege gehen, auch wenn er der Unbekannte ist. Es ist schön, vom Auferstandenen zu sprechen, ihn zu Wort kommen zu lassen.
Es ist schön, etwas zu feiern, was die Kraft eines Erdbebens hat. Wird es in uns Steine zum Rollen bringen, uns zum Singen und Tanzen bringen, was die Kirchenglocken uns in ihrem übermütigen Tanz vormachen, zum Stottern und Schweigen, Kyrie und Halleluja zugleich?
Wird Ostern zum unfassbaren Rausch, ein Fest, das uns mit Demut und Furcht und Freude zugleich erfüllt?
Ich wünsche es uns, dass Ostern für uns diese Kraft entwickelt, damit das christliche Leben im Pfarrverband Waldkirchen wieder erblüht!
Ihr

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