Die “Wiedergeburt” des Pfarrers

2017 war Bruno Pöppel in Lebensgefahr – Beim Pfarrempfang spricht er über seine Krankheit und sagt “Danke”

“Es sind unsere Mitmenschen, die sich im Ehrenamt wie Hauptamt in unseren Pfarrgemeinden von unschätzbarem Wert ein ganzes Jahr über einbringen!” Diesen Mitmenschen Danke zu sagen, ist Pfarrer Bruno Pöppel stets ein großes Anliegen. Beim “Lichtmessempfang” brachte er dieses Dankeschön nun mit großer Emotion zum Ausdruck. Ihn freue es sehr, wieder mitten unter seiner Gemeinde sein zu können. Krankheitsbedingt war er schließlich monatelang nicht im Einsatz gewesen. Der Empfang an Neujahr wurde deswegen verschoben und nun an Lichtmess nachgeholt.

Angesichts der Ereignisse der vergangenen Monate erschien Pöppel dieser Termin als überaus geeignet, um sich “zurückzumelden”. Aus dem Krankenstand heraus hatte er zur Feier einberufen. Liturgisch lässt sich an Lichtmess eine Linie zu Christi Geburt und dem Weihnachtsfest ziehen. Wichtig erschien ihm jedoch ebenfalls, dass in unserer Region damit das neue “Bauernjahr” beginnt und die Dienstboten früher zu dieser Zeit ihre Verträge verlängert beziehungsweise gewechselt haben. Auch mache ab Lichtmess die Sonne einen “Sprung” um eine Stunde, kurzum: “Es handelt sich um einen Tag der Geburt oder in meinem Fall der Wiedergeburt!”

Vier Monate hatte der Seelsorger pausieren müssen. So Gott will, wird er ab 18. Februar wieder voll im Einsatz sein. Seit 2. Februar ist Pöppel zumindest in den eingeschränktem Dienst zurückgekehrt. Entsprechend markierte die diesjährige Lichtmess für ihn einen ganz besonderen Tag
Pöppel schilderte den Verlauf seiner Erkrankung: Am 16. Oktober 2017 geriet er in eine lebensbedrohliche Situation. Allein seinem Hausarzt und dem exzellenten Personal im Krankenhaus Waldkirchen habe er es zu verdanken, dass er noch unter den Lebenden weile. Eine tiefe Venenthrombose und starke beidseitige Lungenembolie kosteten ihm fast das Leben.

Hier habe er am eigenen Leib erfahren, welchen Stellenwert die hausärztliche Versorgung einnimmt und wie wichtig das Vorhandensein eines Krankenhauses vor Ort ist: “Unser Krankenhaus hier in Waldkirchen hat mir schlichtweg das Leben gerettet. Entsprechend will ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen, noch einmal darauf hinzuweisen, dass die bevorstehende Schließung ein großer Fehler ist. Und dabei denke ich keineswegs nur an mich und meine Gesundheit, sondern an die vielen Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, die fortan deutlich weitere Wege auf sich nehmen müssen.”

Im Krankenhaus und der Reha habe er im Rahmen seiner “Wiedergeburt” teilweise neue Perspektiven gewonnen. Viele Probleme des Alltags, die in der Vergangenheit oftmals stark an den Nerven gezerrt haben, treten angesichts elementarer Fragen nach Leben und Tod in den Hintergrund. Die unfreiwillige Auszeit habe ihn mit viel frischer Energie und mit Elan versorgt. Er freue sich einfach riesig, “hier und heute wieder vor Ihnen zu stehen”.
Pöppel dankte allen, die in den vergangenen Monaten geholfen haben: “Meinem Team, Kaplan Michael Klug, Pfarrvikar Francis Pinnaka, Verena Frömel, Matthias Koller. Was sie in meiner Abwesenheit geleistet haben, lässt sich kaum in Worte fassen.” Besonders der Kaplan musste frisch nach der Priesterweihe direkt im “kalten Wasser” schwimmen – und hat “wie ein Schrauf gearbeitet”. Nachsehen möchte man dem Seelsorger, wenn er vergessen habe, jemandem – angesichts der besonderen Situation – Danke zu sagen.
Wie immer galt Pöppels Dank aber auch Monsignore Alfred Ebner, der im vergangenen Jahr wahrlich über sich hinausgewachsen sei. Da Ebner dieses Jahr sein goldenes Priesterjubiläum feiert und Pöppel gleichzeitig silbernes, verstehe es sich von selbst, dass im Juni gemeinsam gefeiert werde.

 

 

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